Liebe Senegal-Freunde,

„Jeder Euro zählt!“, ist nicht einfach nur ein Satz, den ihr häufig von uns zu lesen bekommt, ihr habt ihn beherzt und dafür möchte ich euch gleich zu Beginn dieses Infobriefes danken. Neben der enormen Resonanz auf unseren letzten Infobrief durch Telefonate, Emails und Whatsapp-Nachrichten, gingen Spenden unterschiedlichster Größenordnungen bei uns ein. Es gab sowohl Großspenden, darunter eine, die uns erlaubt den so dringend benötigten Kindergarten in Ngolna zu bauen, als auch mehrere Daueraufträge mit kleinen Beträgen, um dauerhaft die Kleinkinder im Waisenhaus LA POUPONNIERE mit Windeln und Milchpulver zu versorgen.

Und da ist er wieder, der Satz, der nicht nur so daher gesagt ist: JEDER EURO ZÄHLT! Ihr werdet nachstehend erstaunt sein, wie viele Projekte wir mit euren Spenden nach der Regenzeit im September schon wieder realisieren konnten. Aber seht selbst…

Unsere Brunnen

Bedingt durch die Regenzeit konnten wir mit dem Brunnenbau erst Mitte September beginnen.

Wir sind froh, dass wir in diesem Jahr noch drei weitere Brunnen vollenden können und somit bei der stolzen Zahl von 128 Brunnen angelangt sind. Einer der neuen Brunnen bei dem Dorf Ndiemane konnte durch eine Spendenaktion von Henning Bussing, seiner Frau und Freunden gebaut werden. Anstelle von Geschenken bat Henning Bussing seine Familie und Freunde für einen Brunnen im Senegal zu spenden. Eine großartige Idee, die vielleicht andere Spender und Mitglieder zur Nachahmung animiert.

Werner Dienst 1938 - 2022
Wir sind wirklich berührt zu sehen, wie viele Spender erneut einen Brunnen spenden.

Die Firma Lenuweit hatte im November wieder einen Brunnen gespendet. Dieses Vertrauen ehrt uns zutiefst. Der Brunnen wird dieses Jahr noch fertiggestellt. Für 2024 planen wir den Bau von 8 – 10 Brunnen.

Werner Dienst 1938 - 2022

Unsere Schulen

Die Schule in Garage Diahere

Wie in unserem letzten Infobrief berichtet, war das Vordach eines Schulgebäudes durch einen Sturm zerstört worden. Dieses ist mittlerweile ersetzt worden und bietet wieder ausreichend Schutz vor der Sonne. Ebenfalls wurden die Toiletten und die Veranda nun endgültig komplett gefliest.

In den Schulen Louly Mbaffaye, in Ngolna und nun auch in Garage Diahere sind bereits sämtliche Klassenräume und Toiletten komplett gefliest. In der Schule von Rôff muss noch ein Klassenraum und der Lagerraum der Schulkantine gefliest werden, in den Schulen Nguelokh und Ndokh Diosmone jeweils drei Klassenräume.

Die Kosten für die Fliesen jedes der 70 qm großen Klassenräume betragen CFA 655.250, umgerechnet ca. € 1.000. Glücklicherweise erlaubt uns die Großspende, dass wir nun auch dieses Projekt realisieren können, das wir kostenbedingt immer etwas vor uns hergeschoben haben. Somit werden in allen Schulen, die wir betreuen, die Klassenräume mit Fliesen ausgestattet werden und der Abnutzung des Fußbodens entgegengewirkt.

Werner Dienst 1938 - 2022
Werner Dienst 1938 - 2022
Werner Dienst 1938 - 2022

Fehlende Fliesen für unsere Schulen

Die Schule in Ngolna – ein grandioser Erfolg!

Wie wir berichteten, gab es zwei schwerwiegende Probleme in der Schule in Ngolna, in der wir bereits ein großes Schulgebäude mit zwei Klassenräumen gebaut hatten. Erstens mussten die Kindergartenkinder notdürftig ohne wirklichen Schutz zwischen den Mauern zweier Schulgebäude unterrichtet werden, was eine wirklich kaum zu ertragende Situation darstellte. Zweitens konnten die Kinder, die weit entfernt wohnen, nicht mit Essen versorgt werden, da es keine Koch- und Versorgungsmöglichkeit gab. Die Kinder mussten an den langen Schultagen schlichtweg hungern.

Dank der Großspende haben die Bauarbeiten für den Kindergarten bereits begonnen. Zudem spendete die Firma CT Logistics GmbH die Summe für den Bau der Kantine.

Die Menschen in Ngolna und der umliegenden Dörfer sind überglücklich, dass sich die Situation für ihre Kinder erheblich verbessern wird.

Werner Dienst 1938 - 2022
Werner Dienst 1938 - 2022

Baubeginn in Ngolna… 

Werner Dienst 1938 - 2022
Werner Dienst 1938 - 2022

Steine und Fliesen für den Kindergarten

Wir müssen gemeinsam weitermachen! Neue Projekte!

Die Schule in Nakhamaye

Selbst Jean-Paul, der schon viel gesehen hat bei all seinen Touren und Besuchen diverser Schulen, zeigte sich schockiert bei seinem Aufenthalt in der Schule in Nakhamaye. 333 Schüler werden in gerade einmal sechs Klassenräumen unterrichtet. Dieses würde im Durchschnitt eh schon ca. 55 Schüler je Klassenraum bedeuten. Da aber altersbedingt die Schüler zusammengesetzt werden müssen, werden in einer der Klassen 77 (!!!) Schüler unterrichtet. 41 der Schüler werden in einer der euch aus anderen Schulen bekannten provisorischen Strohhütten unterrichtet, die nun alles andere als Schutz und eine angenehme Lernatmosphäre bietet. Damit nicht genug: 333 Schüler und neun Lehrer müssen sich zwei Toiletten teilen!

Werner Dienst 1938 - 2022
Werner Dienst 1938 - 2022
Werner Dienst 1938 - 2022
Ich bitte euch schon gesondert an dieser Stelle: Helft bitte mit, dass wir den Schülern und Lehrern in Nakhamaye mindestens zwei weitere Klassenräume und zumindest vier Toiletten bauen, um diese unwürdigen Zustände zu beenden.

Kosten für dieses Bauprojekt:

Zwei Klassenräume inklusive Fliesen: € 12.000
Vier Toiletten komplett gefliest: € 2.800

Die Schule in Nobadane

Ähnlich schlimm ist auch die Situation in der Schule in Nobadane. Hier werden 247 Schüler von acht Lehrern unterrichtet. Lediglich zwei fertig gebaute Klassenräume stehen zur Verfügung, zwei befinden sich unvollendet im Bau und vier Schulklassen werden in provisorischen Strohhütten unterrichtet. In der Schule von Nobadane gibt es nur drei Toiletten. Wir glaubten, schon viele schlechte Zustände zu kennen, aber es gibt immer noch unfassbar schlimme neue Varianten. Somit ist auch hier dringend unsere Hilfe notwendig. Wir wollen unbedingt versuchen zumindest schon mit dem Bau von zwei Klassenräumen die Lernsituation zu verbessern. Die Baukosten sind somit identisch zu denen in der Schule von Nakhamaye.
Werner Dienst 1938 - 2022
Werner Dienst 1938 - 2022
Werner Dienst 1938 - 2022
Werner Dienst 1938 - 2022
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Keine Seltenheit: eine Schlange im „Klassenzimmer“

Werner Dienst 1938 - 2022
Werner Dienst 1938 - 2022
Werner Dienst 1938 - 2022
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Kosten für dieses Bauprojekt:

Zwei Klassenräume inklusive Fliesen: € 12.000
Vier Toiletten komplett gefliest: € 2.800

LA POUPONNIERE – das Waisenhaus in Nianing

Wie wir euch im Sommer berichteten, waren durch eingedrungene Feuchtigkeit nahezu sämtliche Wände und Decken im Innenbereich beschädigt worden, so dass renovierungsbedürftig wurden. Im Zuge der Warmwasserinstallation durch einen anderen Verein, wurde auch das Dach neu abgedichtet. Bei einem Besuch in LA POUPPONIERE überzeugte sich Jean-Paul davon, dass während der Regenzeit das Mauerwerk nicht erneut Schaden durch Nässe genommen hatte. Somit gab es für uns das Startsignal, den Nonnen und Kinderpflegerinnen, den Kleinkindern, aber zugegebenermaßen auch uns, einen Herzenswunsch zu erfüllen und das gesamte Gebäude innen neu streichen zu lassen. Die Kosten für diese Aktion lagen bei CFA 538.00 = € 821.
Werner Dienst 1938 - 2022
Werner Dienst 1938 - 2022

Matar beim Streichen im Waisenhaus

Wir versuchen dem Waisenhaus nach besten Kräften zu helfen. Auch für 2024 werden wir die Stromrechnungen von monatlich ca. € 320 übernehmen und bei Engpässen von Windeln, Kindernahrung und Hygieneartikeln für entsprechenden Nachschub sorgen. Das Schicksal dieser Waisen im Alter bis zwei Jahren berührt uns in besonderem Maße. Um den Kindern etwas Freude zu bescheren, werden Jean-Paul mit seiner Frau Maguette und den Nonnen ein großes Weihnachtsfest am 16. Dezember für die Kinder organisieren. Es wird ein großes Festessen und Geschenke für die Kinder geben. Und als zusätzlichen Höhepunkt werden all die Kinder bis fünf Jahren eingeladen, die jemals in LA POUPONNIERE gelebt haben, ebenfalls an der Weihnachtsfeier teilzunehmen. Da dieser Infobrief vor der Weihnachtsfeier veröffentlicht wird, reichen wir Fotos und Eindrücke Anfang 2024 nach.

Zum Jahresende...

Unser Projektjahr 2023 neigt sich dem Ende entgegen. Es war gemessen an Spenden und Hilfsaktionen wohl das erfolgreichste und beeindruckendste Jahr unserer 17jährigen Vereinsgeschichte. Daher gilt mein spezieller Dank am Ende dieses Jahres allen Spendern und Unterstützern, die ein so immenses Vertrauen in die Art unserer Entwicklungshilfe haben. Wir haben Dank euch mittlerweile Hunderten von Schülern geholfen Bildung in würdevoller Umgebung zu erlangen und natürlich nicht zu vergessen, dass unsere 128 Brunnen Tausenden von Menschen das Recht auf Zugang zu frischem Trinkwasser ermöglichen. Ihr alle könnt bzw. wir alle können stolz auf das bislang Erreichte sein. Unser Konzept des Helfens scheint aufzugehen. Wir sorgen dafür, dass zumindest ein Teil der armen Savannenbewohner nicht in so große existenzielle Not geraten, dass sie sich dazu entscheiden müssten, in eines der lebensgefährlichen Schleuserboote zu steigen, die sie in eine ungewisse Zukunft nach Europa bringen …sofern sie Europa überhaupt erreichen würden.

Lasst uns so weitermachen und den Menschen helfen! Lasst uns versuchen 2024 den Schülern von Nakhamaye und Nobadane Klassenräume und Toiletten zu bauen. Ich weiß, dass wir es schaffen können! 100 kg Zement kosten derzeit CFA 7.600 = € 11,60. Wenn ihr keine 100 kg Zement spenden könnt, dann spendet weniger, aber spendet bitte! …denn am Ende zählt jedes Kilo Zement, um ein Schulgebäude oder einen Brunnen vollenden zu können.

Ich will diesen Brief mit dem vielleicht schönsten Gesicht des Jahres beenden. Auf dem Foto seht ihr die kleine Rosemarie. Sie erblickte am 29. Oktober das Licht der Welt und ist die dritte Tochter von Maguette und Jean-Paul. Schaut sie euch an, ist sie nicht, stellvertretend für so viele Menschen im Senegal, der beste Grund, dass wir weitermachen sollten wie bisher? Es kann nur eine Antwort darauf geben.

Ich wünsche euch allen ein besinnliches Weihnachtsfest und ein gesundes 2024

Torsten

Werner Dienst 1938 - 2022
Werner Dienst 1938 - 2022