Feldbewässerung bei Rôff

 

Unweit von der Schule in Rôff gibt es ein acht Hektar großes Feld, das nur unter schweren Bedingungen bestellt werden kann. Ungefähr 70% des Feldes sind momentan nicht nutzbar, da der Boden steinhart ist und die Bewässerung ein massives Problem darstellt. 

Vor fünf Jahren hatte ein Franzose den Menschen dort geholfen das Feld bewirtschaften zu können. Er sorgte für kleine Wasserleitungen, die in die Erde eingelassen wurden um nah an den Wurzeln für eine effektive Bewässerung zu sorgen. Für das Pumpen in die Wasserleitungen sorgte ein Motor, der mit Diesel betrieben wird. Der Franzose bezahlte die Feldarbeiter, kassierte im Gegenzug die Ernte. Nach einigen Jahren stellte er die Hilfe ein.

Das Problem der Menschen ist auch hier der Geldmangel. Sie besitzen nicht mal soviel Geld, um am Tag sechs Liter Diesel für den Motor kaufen zu können, welcher für ca. fünf Stunden am Tag die Felder bewässern könnte. Zu Eurer Information, ein Liter Diesel kostet im Senegal soviel wie bei uns (derzeit ca. € 1,25).

Von einem der Feldarbeiter erfuhren wir, dass neben dem fehlenden Diesel, mittlerweile die desolaten Zäune ein weiteres Problem darstellen, da Tiere sich über die Pflanzen hermachen und auch das Wasser wittern. Aus diesem Grunde errichten wir bei unserem Brunnenbau in Diohine ein Tierbassin, das sich außerhalb des Feldes befindet.

Weiterhin kann der brachliegende Teil des Feldes nicht mehr per Hand gepflügt werden. Hierzu muss ein Traktor eingesetzt werden, welcher ca. € 60,-- je Hektar zum Umpflügen kosten würde.

Uns kam während der Besprechung mit dem Feldarbeiter folgende Idee:

Probeweise schaffen wir für zwei Hektar die Vorraussetzung für die Feldbestellung:

(1) Traktor mieten zum ersten Umpflügen
(2) Pflanzensamen
(3) Diesel für den vorhandenen Motor zum Bewässern
(4) Stacheldraht zum Schutz vor Tieren

Anders als der Franzose, wollen wir die Menschen für ihre Feldarbeit nicht bezahlen, sondern sie sollen nach dem Erfolgsprinzip arbeiten und 90% der Ernte für sich behalten dürfen, egal ob sie sie verzehren oder damit handeln wollen. Die restlichen 10% fordern wir für die Allgemeinheit, um z.B. der Schule in Rôff regelmäßig etwas zu Essen liefern zu können. Der Start für dieses Projekt wird mit Jean Paul und dem Dorf Rôff noch abgestimmt.

 

 

März 2010

Das von uns vor einiger Zeit schon ins Auge gefasste Feldbewässerungsprojekt konkretisiert sich jetzt. Wir werden ein 1ha großes Feld bewässern. Hierfür werden auf dem Feld drei Brunnen gebaut (welche glücklicherweise nicht so tief sein müssen, wie unsere regulären Brunnen). Ein vorhandener Dieselmotor wird um einen zweiten Motor ergänzt. Hinzu kommen Maschendrahtzäune und Stacheldraht, die verhindern sollen, dass umherlaufende Tiere wie beispielsweise Rinder auf das Feld gelangen. Vier bis fünf junge Männer erhalten durch dieses Projekt Arbeit als Feldarbeiter. Sie können somit in Rôff wohnen bleiben und ihre Familien unterstützen. Die Ernten werden verkauft. Ein Teil der Ernte bzw. ein Teil des erwirtschafteten Geldes wird der Schule in Rôff zugute kommen. Unsere Hilfe bei der Feldbewässerung zeigt wie unsere Projekte zur Selbsthilfe den Menschen dienen.

Demba, Jean-Paul und Jean-Pauls Bruder zeigen uns wie die Feldbewässerung funktioniert.

Juli 2010

Wir freuen uns, dass unser Feldbewässerungsprojekt gut voran geht: Erste Brunnen sind entstanden und die Einzäunung wird realisiert.