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Aktuelles Mai 2009

15. Mai 2009 von Torsten

Unsere Reise im März in den Senegal war ein voller Erfolg!

Wir konnten uns davon überzeugen, dass wir mit unseren Bauprojekten den Menschen im Senegal eine wirkliche Unterstützung bieten. Unsere Vorstandsmitglieder Dagmar Krapoth und Dirk Schlottmann, die beide mit mir zum ersten Mal im Senegal waren, konnten sich ein Bild von der Bedürftigkeit der Menschen machen.

IMG_2310v.l.n.r.: Dagmar, Dirk, Jean-Paul, Demba, ein Bauer, Torsten

Am Anfang unserer Reise hatten wir das Dorf Diohine besucht, wo 2008 unser erster Brunnen entstand.

Dagmar hatte ihre Eindrücke sehr treffend beschrieben: “Wasser ist in der Savanne das höchste Gut! Es ist ein wunderbares Gefühl zu sehen, wie glücklich die Menschen über unseren Brunnen sind. Die Dankbarkeit in den Augen der Männer, die bei unserem Eintreffen direkt eine Dorfversammlung abgehalten haben, ist kaum zu beschreiben. Jeder einzelne hatte sich persönlich bedankt und erklärt, was der Brunnen für das Dorf bewirkt hat, z. B. dass nicht mehr alle jungen Männer das Dorf verlassen müssen, um an der Küste nach Arbeit zu suchen.

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IMG_2369Die Bewohner von Dionine bedanken sich bei uns für den Brunnen

Ein Teil der jungen Männer kann jetzt im Dorf bleiben und sich um die Landwirtschaft kümmern. Alle Männer sahen sehr zufrieden aus und wir scheinen einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation im Dorf geleistet zu haben. Selbst der über 80-jährige Dorfälteste, der blind und bettlägerig ist, wollte sich bedanken. Es war sehr anrührend, dass ich diesem Mann an seinem Bett die Hand reichen konnte und seine Dankbarkeit entgegennehmen durfte. Allein schon dieses Erlebnis hat mich darin bestärkt, dass wir weitere Brunnen bauen müssen!“

Der Wassermangel in der trockenen Savanne ist ein immer wiederkehrendes Problem, da es pro Jahr nur eine kurze Regenzeit von vier Monaten Dauer gibt, die Ende Juni beginnt und im Oktober schon wieder endet. Unser senegalesischer Mitarbeiter Jean-Paul Sarr hatte bereits vor unserer Ankunft zwei weitere Dörfer ausfindig gemacht, wo dringend Brunnen benötigt werden, um den Wasserbedarf der dort lebenden Familien zu sichern. Eines der Dörfer ist das Dorf Balabougou (einige Kilometer hinter dem Dorf Rôff gelegen), ein weiteres ist das Dorf Louly Nak, welches linker Hand der Nationalstraße von M’Bour Richtung Fatick in der Savanne liegt. In beiden Dörfern ergeben sich dieselben Probleme. Es gibt in einigen hundert Metern Entfernung lediglich nicht befestigte Brunnen, die maximal eine Saison halten, da sie durch die fehlende Zementierung während der Regenzeit aufgeweicht werden und in sich zusammenfallen. Beide derzeit existierenden Brunnen haben zudem durch die unzureichende Tiefe von knapp sieben Metern nie genügend Wasservorrat für alle umliegend wohnenden Familien.

IMG_2705Brunnenbauplatz in Louly Nak

Nachdem wir die beiden Dörfer und die Bauplätze der Brunnen besichtigt hatten, gab es für uns nur eine Entscheidung: Da die Menschen in beiden Dörfern dringend einen ganzjährigen Wasservorrat brauchen, lassen wir unseren zweiten und dritten Brunnen im Senegal bauen. Die neuen Brunnen werden, wie schon unser erster Brunnen bei Diohine, zementiert und ca. 15m tief, mit ausreichendem Wasservorrat für das ganze Jahr. Die Kosten für die Brunnen belaufen sich auf rund € 1.000,–, welche wir durch eure Spenden bezahlen können. Am 30. April haben wir durch einen Anruf von Jean-Paul erfahren, dass beide Brunnen schon im Bau sind und es ausreichend Wasser gibt. In wenigen Tagen werden beide Brunnen nach ca. vierwöchiger Bauzeit fertig gestellt.

IMG_2491Karge Savannenlandschaft in der Gegend von Rôff

Neben der Wasserversorgung haben unsere Schulprojekte ebenfalls höchste Priorität. Bei unserem Besuch der Schule in Rôff, die wir letztes Jahr mit Büchern ausgestattet hatten und der wir eine Schulkantine haben bauen lassen, wurde in den Gesprächen mit den vier Lehrern weiterer Versorgungsmangel deutlich:

(1) Es gibt jetzt einen Kindergarten innerhalb der Schule, welcher nur aus Strohwänden und Strohdach besteht, was bedeutet, dass bei Regen der Kindergarten ausfällt.

(2) Der einst betriebene Schulgarten zum Erlernen des Umgangs mit landwirtschaftlichen Pflanzen ist in einem derart desolaten Zustand, dass er derzeit nicht zu benutzen ist. Es fehlen Zäune und Pflanzen. Selbst das Wasser, welches € 12,– im Monat kosten würde, um die Unterhaltung des Gartens zu sichern, kann nicht bezahlt werden.

(3) Die Schulkantine kann in den nächsten Monaten den Kindern in Rôff an den zwei Schultagen, an denen ganztägig unterrichtet wird, keine Mahlzeiten zubereiten, da kein Geld für Reis und Speiseöl vorhanden ist.

(4) Allen Klassen fehlen Schulhefte zum Schreiben und Rechnen.

IMG_2452Jean-Paul verteil Schulmaterialien an die Kinder der Schule in Rôff

Es war für uns keine Frage, dass wir der Schule bei allen Punkten unsere Hilfe zukommen lassen würden. Bereits am nächsten Tag kümmerten wir uns gemeinsam mit Jean-Paul und Demba Diouf, einem langjährigen Freund von Jean-Paul (der uns immer wieder helfend bei vielen organisatorischen Angelegenheiten zur Seite steht) um die Besorgung der benötigten Schulmaterialien. Der Bau des Kindergartens, die Instandsetzung des Schulgartens und die Nahrungsmittelversorgung für die Zeit bis zum Schuljahresende wurden unsererseits ebenfalls zugesagt und von Jean-Paul, Demba und den Lehrern schon zum Teil organisiert und umgesetzt. Mit dem Bau des Kindergartengebäudes wird noch im Mai begonnen.

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Nachstehend findet ihr unsere aktuellen Projekte und Hilfsleistungen zusammengefasst:

(1) Bau eines Brunnens in Balabougou € 1.000,–
(2) Bau eines Brunnens in Louly Nak € 1.000,–
(3) Bau des Kindergartens in Rôff € 2.800,–
(4) Schulgarteninstandsetzung in Rôff € 400,–
(5) Essenssicherung der Schule in Rôff für 3 Monate € 150,–
(6) Schulhefte für die Schule in Diohine € 40,–
(7) Schulhefte für die Schule in Rôff € 100,–
(8) Reis und andere Nahrungsmittel für Rôff/Diohine € 160,–
(9)Verteilung von ca. 80 kg Hilfsgütern bestehend aus diversen Schulmaterialien, Medikamenten, Fußbällen, Kleidung u.v.m., die wir aus Deutschland mitgenommen hatten.

IMG_2434Die Sanitätsstation in Rôff …

IMG_2638 … und die Sanitätsstation für Leprakranke in Mbour haben wir mit Medikamenten versorgt

 

Jean-Paul hatte vor unserer Reise bereits eine Schule in Keur Martin (von M’Bour aus an der Nationalstraße in Richtung Kaolack gelegen) ausfindig gemacht, in der ca. 80 Schüler in drei Klassen unterrichtet werden. Diese Schule besteht nur aus Strohwänden und Strohdächern. Hier ergibt sich dasselbe Problem wie für den Kindergarten in Rôff, bei schlechter Witterung kann kein Unterricht mehr stattfinden. Zudem ist die Einrichtung als sehr spärlich zu bezeichnen. Wir hatten Kostenvoranschläge eingeholt, da wir der Schule gerne ein festes Gebäude für die drei Klassen sowie ein separates Toilettengebäude errichtet hätten.

IMG_2394Die Schule von Keur Martin

Leider mussten wir feststellen, dass der günstigste Kostenvoranschlag immer noch bei € 23.000,– liegt. Daher bitten wir hier dringend um eure Mithilfe bei der Suche nach Spendern, damit wir dieses Projekt nach der Regenzeit im Oktober konkretisieren können. Ähnlich schwer gestaltet sich die Finanzierung unseres Projekts zum Bau einer Schule, die durch unseren Verein dauerhaft als Privatschule unterhalten werden soll.

IMG_2391Strohhütten dienen in Keur Marin als Klassenräume

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Wir sind in jedem Fall auf einem guten Weg und haben trotz der Ausgaben für die o.g. Projekte in diesem Jahr noch Rücklagen von knapp € 8.000,–, die nicht zuletzt durch die großzügigen Spenden von Dagmar Krapoth und ihrem Arbeitgeber, der PVS in Mülheim-Ruhr, entstanden sind. Hierfür gilt mein besonderer Dank! Bei allen anderen Spendern bedanke ich mich ebenfalls recht herzlich, auch im Namen der Menschen im Senegal. Ihr bestätigt uns immer wieder durch eure Spenden und das uns damit entgegengebrachte Vertrauen, dass die Ziele unserer Projektarbeit richtig gesteckt sind.

Bitte macht weiter so mit eurer Unterstützung für die Menschen im Senegal!!!

Einen herzlichen Gruß aus Buxtehude

Torsten

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