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Aktuelles April 2013

16. April 2013 von Torsten


Bei jedem unserer gebauten Brunnen, den wir (Dirk und Torsten) während unserer Senegalreise im Februar besichtigt hatten, schlug uns eine enorme Dankbarkeit der Kleinbauern und der Dorfbewohner entgegen. „Durch diesen Brunnen können die Männer im Dorf bleiben, da sie nun Arbeit haben und Gemüse anbauen können. Gott möge euch ein langes Leben schenken!“  Diesen rührenden Dank der Dorfbewohner geben wir nur zu gerne an alle Mitglieder und Spender weiter. Nur durch eure fortwährende Spendenbereitschaft konnten wir mittlerweile unseren 20. Brunnen fertig bauen.

Die drei neuesten Brunnen in Tabe (gespendet von CT Logistic SPRL), Foua  (gespendet von Dr. Fella) und Diol Khohane (gespendet von der Schulklasse 2b und ihrer Lehrerin Martina Sigle der Friedrich Keller Schule in Abtsgmünd) führen alle ausreichend Wasser. Sie erleichtern erheblich die Lebensbedingungen der Einheimischen in der Savanne.  In Tabe, wo sich unser von der Küste aus entferntester Brunnen befindet, haben die Dorfbewohner bereits ein kleines Feld mit unterschiedlichen Gemüsesorten angelegt.  Diese kleinen Felder sind an vielen unserer Brunnen entstanden. Sie sichern die Existenz der Familien vor Ort, die für den Eigenbedarf ernten um somit sich selbst zu versorgen oder um mit dem Ernteüberschuss zu handeln.

IMG_0024In Foua ist der neue Brunnen fertig.

IMG_0033Unser Brunnen in Diol Khokhane

IMG_0235Der neue Brunnen in Tabe

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Projekt Wasser

Wir hatten bei unserem Aufenthalt im Senegal sämtliche von uns seit 2008 gebaute Brunnen kontrolliert. Erfreulich, dass sich nahezu alle Brunnen in sehr gutem Zustand befinden und  einen ausreichendem Wasservorrat haben. Lediglich der Brunnen in Ngangou muss etwas tiefer gegraben werden, um die ganzjährige Wasserversorgung zu sichern. Der Brunnen in Croisement Peulh führt nach 15 m noch kein Wasser. Auch wenn unsere Mitarbeiter Jean Paul Sarr und Demba Diouf zuvor die Bedürftigkeit eines Dorfes für einen Brunnen geprüft haben,  so  liegt die Entscheidung wo ein Brunnen gegraben wird in der Hand des Brunnenbauers mit seiner langjährigen Erfahrung. Hinzu kommen aber auch wichtige Informationen der Einheimischen, die über Generationen weitergegeben wurden, wo sich Wasseradern  befinden.  Die von uns bislang gebauten Brunnen sind zwischen ca. 5 m bis 15 m tief. Leider kann es, wie bei unserem Brunnen in Croisement Peulh, dazu kommen, dass ein Brunnen tiefer gegraben werden muss als ursprünglich angenommen. Am Dorf Rôff z.B. gibt es einen über 30 Jahre alten Brunnen, der ca. 40 m tief ist.

 

IMG_0038Dorfbewohner an unserem Brunnen in Thiolaye

IMG_0009Einheimische Feldarbeiter bei der Hirse-Ernte in Guedj Martin

 

Feldbewässerung

Unsere Brunnen werden sehr effektiv genutzt. Neben unserem fruchtbaren Feldbewässerungsprojekt in Rôff, waren wir auch besonders erfreut über den Anbau in Guedj Martin, wo sich ein wirkliches Musterfeld entwickelt hat. In der Regel werden besonders viele Zwiebeln angebaut, aber auch Tomaten, Paprika und Auberginen sind häufig zu finden. Unsere Mitarbeiter Jean-Paul Sarr und Demba Diouf erklärten uns, dass der Anbau von Paprika z.B. angenehmer sei, da man Paprika über mehrere Monate hinweg von einer Pflanze ernten kann und man dadurch wöchentliche Einnahmen durch den Verkauf erhält. Bei Zwiebeln gibt es nur eine Ernte zu einer bestimmten Zeit und die Einnahmen müssen bis zur nächsten Ernte reichen.

IMG_0013Unser Brunnen in Guedj Martin

IMG_9980Demba zwischen Zwiebeln in Rôff

 

Projekt Bildung – Schule in Rôff

Unser neues Kindergartengebäude ist fertig! Die Lehrer der Schule, aber auch die Eltern und Kinder sind sehr glücklich, dass nun nicht mehr in einer Strohhütte unterrichtet werden muss. Das durch uns gebaute Gebäude bietet vor allem Schutz vor Witterungseinflüssen, aber auch vor Tieren (Schlangen, Ungeziefer) und sichert permanent stattfindenden Unterricht. Dieser musste noch zur Zeit der Strohhütte bei Regen zwangsläufig ausfallen.

 

IMG_9993Der neue Kindergarten im Bau

IMG_0331Kinder im Kindergarten von Rôff 

 

Die Zurückhaltung der Lehrer auf unser Nachfragen, was für die Schule dringend benötigt wird, war wirklich berührend. Erst beim wiederholten Nachfragen kamen dann doch folgende Wünsche auf:

(1)  Größtes Problem: Die Schule hat derzeit kein Wasser. Der von uns vor Jahren Instand gesetzte Schulgarten ist vertrocknet, die Toiletten können nicht benutzt werden und die Kinder haben vor Ort nichts zu trinken. Der nächste Brunnen ist ca. 400m entfernt. Wir erfuhren, dass es eine Wasserleitung gibt, die von einer 200m tiefen Bohrung her in die Schule führt. Allerdings ist seit Monaten der Motor der großen Pumpe defekt.  Diese Bohrung samt Zuleitung war eine Initiative eines französischen Hilfsvereins im Jahre 2002. Wir werden den Motor reparieren lassen um kurzfristig die Wasserversorgung in der Schule zu sichern.  Die Alternative zur Reparatur wäre ein Brunnen. Da dieser ca. 40m tief gegraben werden müsste, wäre der Bau aber mit erheblichen Kosten verbunden (ca. 10m Brunnentiefe = ca. € 1.000,–).

IMG_0336Wasser für die Schule in Rôff, diese Pumpe lassen wir reparieren

IMG_0332An der Schulkantine in Rôff

 

(2)  In sämtlichen Gebäuden fehlen Regale, um Schulmaterialien ordentlich ablegen zu können. Derzeit liegen Stapel von Büchern und Heften auf dem teilweise schmutzigen Boden. Wir werden in den Gebäuden für ausreichend Regale sorgen, damit die Materialien in einem besseren Zustand erhalten werden können.

(3)  In zwei Klassen teilen sich zwei Schüler jeweils ein Buch. Jean Paul und Demba haben schon während unseres Aufenthalts die entsprechende Menge an fehlenden Büchern nachbestellt.

(4)  Die Schüler benötigen neue Schuluniformen. Diese „Uniformen“ in Form einer Weste werden unsere Mitarbeiter wie schon vor drei Jahren bei einer Schneiderei in Mbour besorgen.

(5)  Es gibt immer noch ein räumliches Problem.  Zwei Klassen unterschiedlichen Alters werden in einem Raum unterrichtet. Während die eine Klasse still Schreibarten verrichtet, wird die andere Klasse vom Lehrer an der Tafel unterrichtet. Es wären also weitere Schulgebäude notwendig. Und erst, wenn die Schule die Räumlichkeiten nachweisen kann, wird von dem senegalesischem Bildungsministerium ein neuer Lehrer genehmigt.

 

IMG_0002Zwei Klassen unterschiedlichen Alters teilen sich einen Raum

 

(6)  Das Haus der Lehrer hat keinen Strom mehr, da das einzige Solarpanel defekt ist. Wir werden in Erfahrung bringen, was dieses Panel kostet und dann entscheiden, ob wir die Anlage mit nicht zu großem Kostenaufwand reparieren lassen. Die Lehrer der Schule in Rôff sind keine Einheimischen, sondern kommen teilweise von weit her. Sie sehen ihre Familien nur in den Ferien und wohnen für die Schulzeit zu fünft in einem Haus neben der Schule.

(7)  Für unser neues Kindergartengebäude fehlt noch die Einrichtung. Wir werden eine Tafel sowie Tische und Bänke anschaffen.

Von unserer Seite haben wir schon vor Ort entschieden, dass sämtliche Schulgebäude (inklusive die von uns gebaute Schulkantine) ausgebessert werden und anschließend einen neuen Anstrich bekommen.

 

Projekt Gesundheit

Wie in den Jahren zuvor haben wir die Krankenstation in Rôff und die Leprakrankenstation in Mbaling wieder mit Medikamenten versorgt.

Der Krankenstation in Ndollor haben wir ein Etagenbett gespendet.

Der Zustand der Krankenstation in Rôff muss dringend verbessert werden. Einige Mauern haben Löcher und Abbrüche. Wir werden die Reparaturen durchführen und die Krankenstation anschließend neu streichen lassen.

 

IMG_0320Die desolate Krankenstation in Rôff

 

Allgemeine Lebenssituation

Die Lebenssituation vieler Senegalesen, besonders aber die der Landbevölkerung in der Savanne, ist immer noch von extremer Armut geprägt. Wir engagieren uns seit sieben Jahren mit unseren Projekten und müssen feststellen, dass ohne unsere Unterstützung und die anderer Vereine viele Menschen keine Hilfe bekommen würden. Aus eigenen Mitteln können die Menschen dort keine Brunnen bauen oder andere für uns selbstverständliche einfachste Dinge besorgen. In weiten Teilen der Savanne ist die Bevölkerung selbst mit Wasser nicht ausreichend versorgt und muss weite Strecken zurücklegen um umständlich das Wasser in Kanistern nach Hause zu tragen. Elektrischen Strom findet man nur in den größeren Dörfern oder Städten, die Landbevölkerung ist diesbezüglich absolut unterversorgt. Aber auch die einfachsten Bedürfnisse wie ein Bett oder eine Toilette sind nur selten oder gar nicht zu finden.  Man schläft auf dem Boden und die Notdurft verrichtet man irgendwo draußen. Die ärmsten Senegalesen leben immer noch in Strohhütten, auch wenn es mittlerweile viele „Häuser“ aus Lehmziegeln mit Strohdach gibt. Viele Menschen haben wir in Lumpen gesehen, die man wirklich nicht mehr als Kleidung bezeichnen kann.

Wir sehen lediglich Fortschritte, wo kleine Vereine wie wir aktiv die Bevölkerung  beim Bau von Brunnen, Schulen und Krankenhäusern unterstützen. Hin und wieder wird der Straßenbau voran gebracht, wobei man die Straßen nicht mit den uns bekannten asphaltierten Straßen vergleichen kann.  Gerade im ländlichen Bereich findet man eher bessere Schotterpisten. Ein weiteres Problem ist der abnehmende Tourismus. Besonders in den letzten zwei Jahren mussten wir feststellen, dass es in den Küstenorten weniger Touristen gibt und einige Hotels nur noch als Bauruinen, auch direkt am Strand, vorzufinden sind. Dieser Eindruck wurde uns durch Gespräche mit Einheimischen und Hoteliers bestätigt. Die wenigen Touristen werden besonders in den Küstenorten ständig angebettelt, einerseits verständlich, da dieses oft als einzige Chance von Einnahmen gesehen wird, andererseits ist es für die Touristen absolut unangenehm auf diese Art bedrängt zu werden. Erschwert wird der Tourismus voraussichtlich ab Juli 2013, da die senegalesische Regierung eine Visapflicht (auch für EU Bürger) angekündigt hat.

 

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Der Liter Diesel kostet im Senegal umgerechnet ca. € 1,20. Viele Senegalesen leben aber von nur € 1,– am Tag! Die einzigen erschwinglichen Möglichkeiten um mobil zu sein sind Kutschen und alte Busse.

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Spenden

Für eure kontinuierliche Spendenbereitschaft und euer Vertrauen in unsere Projekte danken wir euch sehr, auch im Namen der Menschen im Senegal. Wir weisen erneut darauf hin, dass jeder gespendete Euro nur für die Projekte zu Gunsten der senegalesischen Bevölkerung verwendet wird. Sämtliche Werbe-, Brief-, Porto- und Reisekosten sowie Ernährungshilfen vor Ort werden aus privaten Mitteln des Vorstands finanziert. Die Spenden bleiben unberührt und kommen definitiv nur den Projekten zu Gute. Die senegalesische Bevölkerung ist auf unsere Hilfe angewiesen,  da sie aus eigener Kraft nur sehr schwer die eigenen Lebensbedingungen verbessern kann. Außer der Hilfe von Vereinen, sehen wir nirgends, wo staatliche Unterstützung greift oder Entwicklungshilfegelder ankommen.

Daher unsere Bitte: Spendet bitte weiter und versucht Spender für unsere Projekte zu gewinnen. Wir können noch mehr Menschen helfen, aber hierzu benötigen wir mehr Spenden! Unsere Hilfe zur Selbsthilfe kommt im Senegal an!!!

Ein großes Dankeschön geht dieses Mal an das Ehepaar Ruta (PR Trans), welches durch ihre spontane Spende im März den Bau unseres 21. Brunnen im Senegal ermöglicht hat. Für dieses Jahr ist neben den Projekten in Rôff, der Bau von mindestens drei weiteren Brunnen geplant.

Zum Schluss geht ein besonderer Dank an Elke und Richard de Vries (netzintern, Harsefeld), die kostenlos unsere Internetseite  www.helfende-haende-senegal.de betreuen und diese in den letzten Wochen wunderschön neu gestaltet haben. Hier bekommt ihr viele Eindrücke und Informationen. Neu ist eine Landkarte wo alle unsere Projekte zu finden sind.

Bitte helft uns mit, dass noch mehr Menschen im Senegal ein würdiges Leben bekommen und sie mit ausreichend Wasser, Nahrung, Bildung und Medizin versorgt werden können!

Einen herzlichen Gruß senden Torsten  & Dirk